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Puls & Co. | Well

Puls & Co.

Aktivitätstracker richtig nutzen
Ingo Froböse

Bild Menschen Aktivitätstracker
Wann war ich aktiv, wie lange waren meine Sitzzeiten am Tag und wie viele Schritte habe ich eigentlich gemacht? Aktivitätstracker liefern die Antwort darauf. Verfügbar sind sie in einer Bandbreite von Hightechversionen, als Smartwatch oder auch in der abgespeckten Version, als simpler Schrittzähler. Aber was ist eigentlich notwendig und wo ist eine Grenze erreicht, die besser nicht überschritten werden sollte?

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erreichen gerade einmal 54 Prozent der Bevölkerung ein Mindestmaß an Bewegung. Aktivitätstracker können dazu beitragen, beim Nutzer ein Bewusstsein zu schaffen, ob es und wenn ja welche Bewegungsdefizite es gibt! Die Hilfsmittel zur Aufzeichnung der Bewegung sind insofern gut, dass sie den Menschen unterstützen, ein besseres Gefühl für seine Aktivitätszeiten zu entwickeln. Laufanfänger können so beispielsweise ihren Puls kontrollieren und die Geschwindigkeit anpassen.
Pedometer
Allerdings ist dazu auch eine korrekte Interpretation der gemessenen Werte notwendig und im Anschluss eine realistische Zielsetzung, die sich aus den Werten ergibt. Dazu sollte man einen Experten zurate ziehen. Denn teilweise wird eine Vielzahl an Daten erhoben, aus denen der Verwender keinen Nutzen zieht, da er sie nicht versteht. Deshalb kann es sinnvoller sein, auf einen simplen Aktivitätsmesser zurückzugreifen, wie beispielsweise einen einfachen Schrittzähler.

Idealerweise sollte ein Mensch 10.000 Schritte am Tag zurücklegen, in Zeiten von verstärkter Büroarbeit ist dies jedoch nicht immer möglich. Zum Vergleich: Unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, legten etwa 40.000 Schritte täglich zurück. So viel muss es nicht sein, aber 3.000 Schritte mehr am Tag sind bereits ein guter Anfang. In einer Studie der Deutschen Sporthochschule Köln wurde das „3.000 Schritte mehr am Tag“-Programm untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass sich sowohl Cholesterinwerte wie auch die Ausdauerleistung verbesserten, die Ausdauerleistung sogar um 30 Prozent. Außerdem verringerte sich erhöhter Blutdruck und das allgemeine Wohlbefinden wurde als besser empfunden.

Zum Test der eigenen Aktivität tragen Sie eine Woche lang einen Schrittzähler und überprüfen so Ihren Bewegungslevel. Machen Sie genau das, was Sie sonst auch tun würden. Zum durchschnittlichen Tageswert wird dann 3.000 addiert. Es muss nicht gleich eine extreme Steigerung der Schritte sein: Erhöhen Sie die Bewegung um etwa 1.000 Schritte pro Woche und entdecken Sie nach und nach neue Aktivitätsmöglichkeiten.

„3.000 Schritte mehr am Tag sind ein Anfang“

Gutes Körpergefühl ist ausschlaggebend

Aber es ist auch große Vorsicht geboten. Aus dem anfänglichen Ziel nach mehr Bewegung und der Schaffung eines Bewusstseins für Aktivität kann schleichend eine Sucht werden. Der Zwang, ein immer höheres Level zu erreichen, ist gefährlich. Daher ist ein vorsichtiger und bewusster Umgang mit den Aktivitätstrackern gefragt. Einer Zahl hinterherzulaufen, ist der völlig falsche Weg. Nutzen Sie den Aktivitätstracker zu Beginn, um ein Gefühl für die Bewegung zu entwickeln, aber danach sollten die Geräte nur noch sporadisch zum Einsatz kommen!

Die Verwendung des Trackers, um die Werte ab und an zu kontrollieren, ist völlig in Ordnung; sie sollte aber nicht zu oft geschehen. So schützen Sie sich vor einer möglichen Abhängigkeit und geben Ihrem Körper gleichzeitig die Möglichkeit, selbst ein Gefühl für ein gutes Maß an Bewegung zu finden. w
Dr. Ingo FroböseDr. Ingo Froböse ist Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln. Der Buchautor berät fast alle großen deutschen Magazine und ist auch im Fernsehen präsent.

Herausgegeben hat er das Buch „Das Turbo-Stoffwechsel-Prinzip. So stellen Sie den Körper dauerhaft auf schlank um“.